Informationstafel "Schwarzes Haus"


Zur Erinnerung an diese bedeutende Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ wurde am 7. November 2020, auf Veranlassung von Herrn Dr. Haroun Ayech am historischen Gebäude der Künstlerkolonie eine Informationstafel angebracht.

Der Lyriker und Schriftsteller Hanns Heinen (1895-1961) erwarb 1932 in der bergischen Stadt Solingen ein Fachwerkensemble bestehend aus zwei historischen Gebäuden. Im größeren der beiden, dem sogenannten „Schwarzen Haus“, entstand auf Betreiben der kunstsinnigen Hausherrin - Erna Heinen-Steinhoff (1898-1969), ein Literarischer Salon.

 

 

1945 zog - als erster Maler der sogenannten „Künstlerkolonie“ - der aus dem Exil wiederkehrende Künstler Erwin Johannes Bowien (1899-1972) dort ein. Dieses Haus mit dem kleinen Atelier nebenan, dem sogenannten „Roten Haus“, wurde fortan bis zur Mitte der 60er Jahre sein festes Domizil, von dem er aus das gesamte Bergische Land erwanderte und auf Leinwand bannte. Danach teilt Erwin Bowien sein Leben zwischen Solingen und Weil am Rhein auf; unzählige Reisen durch Deutschland mit dem Schaffensschwerpunkt: Darstellung des Rheinstromes von der Quelle bis zur Mündung unter besonderer Berücksichtigung der großen rheinischen Kathedralen. Als ständig Reisender unternahm er aber auch ausgedehnte Reisen in die Schweiz und nach Norwegen.

 

 

Er entdecke das Talent seiner kleinen Mitbewohnerin, der Tochter des Hauses - Bettina Heinen-Ayech (1937-2020) - welche er ab 1950 systematisch zur Künstlerin ausbildete. Ab 1955 kam der Hamburger Künstler Amud Uwe Millies (1932-2008) hinzu und bezog als dritter und letzter Maler den Ort. In den Jahren 1969 bis 1971 lebte und arbeitete der Bildhauer Ernst Egon Osländer (1928-2015) im Anwesen. Die Künstlerin Bettina Heinen-Ayech verblieb als letzte - bis zu Ihrem Tode - in den Häusern, wo sie – im Wechsel zu Ihrem weiteren Wohnort im algerischen Guelma - ihr deutsches Atelier betrieb.